Noblesse

Die Philosophie von «Noblesse»

Noblesse steht zunächst für Sommerweißweine - Raritäten aus der Schatzkammer der Winzer, aber auch für unsere Winterrotweine, gehaltvoll und komplex - für alle Liebhaber des mediterranen Rotweingeschmackserlebnisses aus den vier bekannten Rebsorten Domina, Regent, Merlot und Cabernet Sauvignon. Insgesamt alles Weine, die zur kalten Jahreszeit passen, aber auch zur mediterranen Küche mit Pasta und Antipasti eine hervorragende Ergänzung und Abrundung sind. Von trocken bis mild.

Rebsorten

Der Schwarzriesling (PINOT MEUNIER)

Schwarzriesling

Unterschwellig legt der Name dieser Rotweinrebsorte eine Verwandtschaft zum „König der Weißweine“, dem Riesling, nahe. Was auch immer der Grund für diese Namensgebung gewesen sein mag, es war Unfug.

Der Schwarzriesling oder Pinot Meunier, wie er in Frankreich genannt wird, gehört wie der Spätburgunder, der Graue Burgunder und der Weiße Burgunder zur Familie der Pinot- Rebsorten, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch Mutation entwickelt haben.

Seine größte Verbreitung hat der Pinot Meunier in der Champagne als ein Hauptbestandteil des Champagner- Cuvées. In Deutschland zählt der Schwarzriesling zu den 5 großen Rotweinen, zeigt eine rubinrote bis ziegelrote Farbe. Er hat deutliche Aromen, ist meist samtig und harmonisch, in guten Jahren und aus guten Lagen auch kräftig und körperreich. Ausgebaut wird er zunehmend trocken als Tischwein mit unterschiedlich ausgeprägter Restsüße. Ein Wein für Kenner und Genießer.

Domina

Domina

Die rote Rebsorte „Domina“ ist eine deutsche Neuzüchtung aus dem Jahre 1927. Warum der Züchter in der Zeit vor der Emanzipation den Begriff für die neue Rebsorte aus dem Lateinischen, wo es soviel wie „Herrin“ bedeutet, entliehen hatte, ist unbekannt. Allerdings schien die Zeit noch nicht reif zu sein für ein „mediterranes“ Rotweinerlebnis.

Die Kreuzung zwischen der Portugieser- und Spätburgunderrebe wäre beinahe wieder in Vergessenheit geraten, hätten sie nicht findige Winzer in Deutschland 1974 zum zweiten Mal entdeckt. Und das war kein Zufall. Die Trinkgewohnheiten in Deutschland konzentrierten sich bis dahin auf die klassischen Weißweinrebsorten. Dann kamen die Auslandreisen und wir entdeckten neue Weine, die so ganz anders waren als die bekannten. Und sie waren rot. Die Winzer rüsteten auf. Trotzdem ist die Domina eine Rarität, die auf nur 0,3 Prozent der Anbaufläche in Deutschland kultiviert wird.

Sie ergibt einen Wein, der im Glas steht mit einem tiefen, satten, fast dunklen Rot mit violettem Farbspiel und dessen Duft an rote Früchte, wie Kirsche und Walderdbeeren erinnert.

Regent

Regent

Ein Rotwein der Extraklasse ist die deutsche Neuzüchtung des „Regent“. Seinen Namen erhielt er 1985 nach dem gleichnamigen Diamanten, der im Louvre in Paris ausgestellt ist. Aber bereits 1967 gelang die Kreuzung zweier weißer Rebsorten (Silvaner x Müller-Thurgau) mit der seit 100 Jahren bekannten roten französischen Chambourcinrebe.

Herausgekommen ist eine tiefblaue Rebsorte, die dazu eine Besonderheit aufweist. Im Gegensatz zu anderen roten Rebsorten, bei denen die Farbpigmente des späteren Weins nur in der Traubenhaut sitzen, ist beim Regent auch das Fruchtfleisch rot bis dunkelrot gefärbt. Nur am Rande soll die natürliche Resistenz der Rebsorte gegen schädliche Einflüsse im Weinberg erwähnt werden, was sicherlich modernen Anforderungen von Naturliebhabern entspricht.

Die Weine des Regent bestechen durch eine moderate Säure, das dunkelrote Farbspiel im Glas und den samtigen Geschmack mit Kirsch- und Johannisbeeraromen.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon

Mit gutem Recht wird der Cabernet Sauvignon die „Weltrotweinrebe“ genannt. Es gibt keine Weinanbauregion der Welt, wo diese Rebsorte, ungeachtet verschiedener klimatischer Bedingungen, nicht angebaut wird. Der Cabernet Sauvignon behält unter nahezu allen Umständen seine Sortencharakteristik und ist unter allen Rotweinen am leichtesten zu identifizieren.

Weingenießer schätzen ihn als edelste Rebsorte ein, nicht zuletzt weil er – einmal auf die Flasche gefüllt – ein großes Alterungspotential hat. Verantwortlich dafür ist unter anderem sein hoher Gehalt an Farb- und Gerbstoffen, die in langen Maischeprozessen aus der Beerenhaut gelöst werden. Der Cabernet Sauvignon gehört zu den dunkelsten Weinen, verändert aber im Alter seine Farbe zu braunorange.

Er ist unglaublich komplex, vornehm, voller Würde, unerhört tiefgründig, vielschichtig und nachhaltig. Das Bukett reifer Cabernet-Weine wird meist mit Zigarrendüften, Leder, Moschus oder frischen Pilzen auf Waldböden beschrieben.

Merlot

Merlot

Ihren Namen verdankt diese rote Rebsorte, die urkundlich zum ersten Mal im Jahre 1784 in Frankreich erwähnt wird, der Naschhaftigkeit von Vögeln. Dort waren die Amseln (französisch „merle“) ständig „Gäste“ in den frühreifenden Weinbergen dieser Rebsorte.

Wie die meisten Rebsorten ist auch der Merlot eine zufällige und natürliche Kreuzung von zwei Rebsorten, von denen eine der Cabernet Franc war. Auch in Deutschland ist die Rebsorte in den letzten 20 Jahren mit großem Erfolg heimisch geworden. Hier erfreut sich der oft sortenreine Wein durch seine besondere Bekömmlichkeit steigender Beliebtheit.

Reinsortige Merlotweine sind fruchtig, körperreich und weich, manchmal auch glatt und in besonderen Jahrgängen voluminös. Sie sind tiefrot und bestechen durch intensive Fruchtaromen, die Erinnerungen an exotische Gewürze und Wildkirschen wachrufen. Ihr weniger ausgeprägtes Tanningerüst macht die charmanten Gewächse wesentlich früher zugänglich als zum Beispiel den Cabernet Sauvignon. Dennoch sind die besten Merlotweine ähnlich lange haltbar und werden mit zunehmender Alterung richtige Gaumenschmeichler.

Der Blaue Spätburgunder (PINOT NOIR)

Blauer Spätburgunder

Das ist der deutsche Name des hochvornehmen „Pinot Noir“, eine der edelsten Rotweintrauben der Welt und wahrscheinlich eine der ältesten, noch im Anbau stehenden Rebsorten. Vermutlich vor 2000 Jahren gelangte er unter der Herrschaft der Römer nach Burgund, wurde mit Wildreben „veredelt“ und fand ab dem Jahre 800 mit der Gründung der Klöster seinen Weg nach Deutschland.

Eine Eigenart des Pinot Noir ist seine genetische Instabilität durch seinen ausgeprägten Hang zur Mutation. Diesem verdanken wir so hochwertige Rebsorten wie Pinot Gris, Pinot Blanc und Pinot Meunier. Aber was der Mensch nicht vermag, schafft die Natur scheinbar ohne Anstrengung. Spätburgunderweine besitzen einen verschwenderisch reichen Duft, der meist mit Erdbeeren, Waldbeeren, Kirschen oder mit Pflaumen, aber auch mit Gewürzen und Kräutern assoziiert wird.

Der Spätburgunder ist eines der ältesten deutschen Kulturgüter und ein Muss für jeden Weinliebhaber, wenn die Tage wieder kürzer werden.